Einweihungsfeier Mutter-Kind-Haus

Die Stiftung Waisenhaus eröffnete am 24. September 2013 mit einer Einweihungsfeier ihr neues Mutter-Kind-Haus auf dem Frankfurter Riedberg.

Die Stiftung Waisenhaus eröffnete am 24. September 2013 mit einer Einweihungsfeier ihr neues Mutter-Kind-Haus auf dem Frankfurter Riedberg. Nach der Begrüßung durch Stiftungsdirektor Peter Gerdon überbrachten Stadträtin Prof. Daniela Birkenfeld, die auch Seniorin des Pflegamtes der Stiftung ist, und Katharina Knäusl (Vorstandsmitglied Bundesverband Deutscher Stiftungen) die besten Wünsche. Barbara Bornemann-Sörgel (Stellvertretende Direktorin Stiftung Waisenhaus) erläuterte in einem Vortrag die inhaltliche Arbeit des Mutter-Kind-Hauses. Die Mütter und Kinder können nach rund 17-monatiger Bauzeit in das neue Gebäude im Quartier Ginsterhöhe einziehen.

Unterstützung für junge Mütter

Die Einrichtung unterstützt 13 junge Mütter im Alter von 14 bis 23 Jahren durch sozialpädagogische Betreuungs- und Beratungshilfen, die sie zu einem selbständigen Leben führen sollen. Hierzu gehört die pädagogische Unterstützung in Form von Elternkompetenztrainings oder Anleitungen zum selbständigen Führen eines Haushaltes und die Unterstützung bei der Wiederaufnahme des Schulbesuches oder bei dem Beginn einer Berufsausbildung. Der durchschnittliche Aufenthalt in der Einrichtung beträgt etwa ein bis zwei Jahre. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die jungen Mütter in der Lage selbständig oder mit nur geringer Unterstützung mit ihrem Kind in einer eigenen Wohnung zu leben.

Der Neubau ersetzt eine bestehende Einrichtung in Frankfurt-Bornheim, die im Jahr 1995 von der Stiftung in Betrieb genommen wurde, aber baulich nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Jugendhilfeeinrichtung entspricht. Eine konzeptionelle Veränderung und eine zeitgemäße, bedarfsgerechte Anpassung an die Bedürfnisse der zu betreuenden Klientel waren notwendig geworden. So entschied das Pflegamt der Stiftung Waisenhaus im Jahr 2010, auf einem stiftungseigenen Grundstück auf dem Riedberg einen Neubau für die Mutter-Kind-Einrichtung zu erstellen. Der neue Standort im Grünen – direkt am Kätcheslachpark – und nicht mehr im Innenstadtbereich wurde von allen Beteiligten sehr begrüßt

Gebäude in Passivhausstandard

Die Architektur des Gebäudes stammt vom renommierten Büro Baufrösche Architekten und Stadtplaner aus Kassel. Der Baukörper erhält eine sehr prägnante Form mit gerundeten Gebäudeecken. Das Gebäude steht frei und ist von öffentlichen Wegen umgeben. Die Gebäudeform mit zwei Flügeln schafft einen geschützten Innenhof mit einer nach Süden ausgerichteten hochwertigen Terrassenfläche. Der Außenbereich bietet Spielangebote für Kinder und eine großzügige Rasenfläche.

Das Gebäude wurde in Passivhausstandard erstellt und besitzt ein Flachdach mit Photovoltaik-Anlage und extensiver Begrünung. Die Grundstücksfläche beträgt 1.282 qm und die Nutzungsfläche pro Geschoss 380 qm. Die Baukosten inklusive Grundstück liegen bei rund 6 Millionen Euro. Das Haus verfügt über drei Vollgeschosse. Im Erdgeschoss befindet sich der Bürobereich und eine großzügige Küche mit einem großen Speisesaal für alle Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen des Hauses. In vier kleinkindgerecht ausgestatteten Räumen können die Säuglinge und Kleinkinder während der Abwesenheit ihrer Mütter betreut werden. In den beiden Obergeschossen befinden sich jeweils drei Appartements für zwei Mütter mit ihren Kindern.

Ausstattung

Jedes Appartement ist ausgestattet mit einem Wohn-Schlafbereich für die Mutter, einem Kinderzimmer mit Kinderbett und Wickelkommode, einer gemütlichen Wohnküche und einem Sanitärbereich. Auf jeder Etage stehen jeweils ein Zimmer für eine schwangere Frau und/oder ein Notplatz zur Verfügung. In den Gemeinschaftsräumen auf jeder Etage haben die Bewohnerinnen mit ihren Kindern die Möglichkeit sich zwanglos zu treffen. Im Untergeschoss sind Lager- und Haustechnikräume sowie eine Waschküche für das Personal und zusätzlich für die Mütter Waschmaschinen und Trockner. Ein großer Gemeinschaftsraum mit einer voll ausgestatteten Küche steht für unterschiedliche Aktivitäten den jungen Mütter und ihren Kindern zur Verfügung. Es können Feste wie z. B. Kindertaufe, Geburtstage oder Partys gefeiert werden. Die Stiftung finanziert derzeit die Personalkosten für die dort tätigen drei Erzieherinnen aus eigenen Mitteln, Verhandlungen mit dem Jugendamt sind bislang noch nicht abgeschlossen.

Die Stiftung Waisenhaus verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke und ist heute einer der größten freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Frankfurt am Main. Die adäquate Unterstützung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen steht dabei besonders im Fokus. Hierzu dienen Angebote, die sich individuell am Einzelfall orientieren und flexibel genutzt werden können, wie etwa persönliche Hilfen, finanzielle Zuwendungen und Sachleistungen, die Aufnahme und Betreuung im Mutter–Kind–Haus oder die Aufnahme und Betreuung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Das Projekt wurde im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Riedberg realisiert, die Projektsteuerung hierfür erfolgt durch die HA Stadtentwicklungsgesellschaft mbH im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main.

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