Chronologie

1613

Eine kaiserliche Resolution fordert den Rat der Stadt Frankfurt auf, auch die Armen und Waisen ohne Bürgerrechte zu unterstützen.

1675

Der Arzt Dr. Bayer, der Stadtschultheiß Schwind, der Schreiber Altgeld schaffen durch persönliche Spenden den finanziellen Grundstock. Mit Unterstützung des Pfarrers Spener, der zu Spenden aufruft, kann der Umbau des "Englischen Hauses" auf dem Klapperfeld beginnen.

16.9.1679
  • Das Armen-, Waisen- und Arbeitshaus wird eröffnet. Die Kinder leben zusammen mit notleidenden alten Menschen und Bettlern jeden Alters - auch mit kriminell gewordenen Personen. Alle - auch die Kinder - müssen 8 Stunden arbeiten. In geringem Umfang wird Unterricht erteilt.
  • Das Armen-, Waisen- und Arbeitshaus versorgt außerdem gebrechliche und verwaiste Hilfsbedürftige außerhalb des Hauses und gibt durchziehenden obdachlosen Menschen Wegegeld.
1729

In den vergangenen 50 Jahren wurden durch das Armen-, Waisen- und Arbeitshaus 9758 Personen verpflegt, 833 Lehrlinge extern betreut, für 10.000 Kinder wurde Schulmaterial angeschafft. Im Haus leben 115 Kindern.

1765

Der Unterricht wird der Unterrichtsordnung der städtischen Schulordnung angeglichen. Etwa 130 Kinder leben im Haus.

1810

Das Waisenhaus wird vom Armen- und Arbeitshaus getrennt. Bildung und Förderung der Kinder tritt in den Vordergrund. Die Jungen werden auf einen Handwerksberuf, die Mädchen auf den Dienstbotenberuf vorbereitet. Besonders begabte Jungen werden aber auch auf weiterbildende Schulen geschickt.

1824

Im Haus leben 133 schulpflichtige Kinder. Neben den 28 - 32 Wochenstunden Unterricht müssen die Kinder 2 - 3 Stunden täglich arbeiten.

1829

In der Seilerstraße wird ein neues Waisenhaus eröffnet.

1858

Die Stadtverordnetenversammlung bittet um Prüfung der Frage, ob das Waisenhaus aufgelöst werden soll und die Kinder in Pflegefamilien aufwachsen sollen.

1866

Die Familienpflege wird zum Prinzip der Waisenfürsorge gemacht. 195 Kinder werden in 7 Kleinstädten in Familienpflege untergebracht.

1899

Im 1. Stock der Lange Str. 16 wird ein Lehrlingsheim für 16 Jungen eröffnet.

1900

Die Stiftung kauft das Haus Bleichstraße 12 und richtet es als Lehrlingsheim für 30 Jungen her. Die Mädchen in Ausbildung sind in Familien untergebracht.

1920

Es werden 590 Kinder und Jugendliche betreut.

1924

Wegen erheblicher Finanzknappheit sinkt die Zahl der betreuten Kinder auf 127 und steigt nach 1924 nur langsam wieder an.

1933 – 1945

Die Tätigkeit des Waisenhauses wird wie in der Weimarer Republik fortgesetzt. Alle Versuche der damaligen Machthaber, die Stiftung völlig gleichzuschalten und der staatlichen NS-Volkswohlfahrt einzugliedern, werden durch den mutigen Einsatz des Pflegamts und der Verwaltung abgewehrt.

1945

Die Stiftung betreut 520 meist noch evakuierte Kinder und Jugendliche. Sie bemüht sich sehr darum, die verstörten und entwurzelten Kinder und Jugendlichen wieder in einen normalen Alltag zu integrieren und schulisch und beruflich zu fördern.

1950

Die aus finanziellen Gründen 1947 erlassene Aufnahmesperre wird aufgehoben.

1970

Umzug in die Bleichstraße 12, Aufgabe des Lehrlingsheimes. Die Stiftung betreut und unterstützt 490 Kinder und Jugendliche.

1995
  • Die Anzahl der betreuten Kinder ist auf über 700 Schützlinge angestiegen.
  • Das Pflegamt der Stiftung beschließt die Übernahme des Mutter - Kind - Hauses in der Scheidswaldstraße und des Kinder- und Jugendheimes Buchenrode in der Niederräder Landstraße.
1998

Das Kinder- und Jugendheim Paul-Ehrlich-Straße wird von der Stiftung Waisenhaus übernommen.

2003

Das 50jährige Bestehen des Mutter-Kind-Hauses wird am 25.06.2003 gefeiert.

2004
  • Mit der "Fachstelle für Kinder von psychisch kranken Eltern" (jetzt: Therapeutische Fachstelle für Kinder und Jugendliche) eröffnet das Waisenhaus ein neues Angebot.
  • 325jähriges Jubiläum der Stiftung Waisenhaus
2006

10jähriges Jubiläum der Therapeutischen Wohngemeinschaft Buchenrode

2008
  • 50jähriges Jubiläum des Kinder- und Jugendheimes Buchenrode
  • Planungsbeginn eines neuen Verwaltungs- und Betreuungsgebäude am Standort Bleichstraße 8-10
2009
  • Baubeginn
  • Entdeckung und Freilegung der Sternschanze und Kasematten nach Abriss des ehemaligen Jugendzentrums Bleichstraße 10
2010
  • Richtfest im September
  • Als erste Außenstelle wird im Stadtteil Höchst eine Beratungswohnung eingerichtet.
2011
  • Fertigstellung des neuen Verwaltungs- und Betreuungsgebäudes
  • Umzug Anfang Juni
  • Einweihungsfeier im August
  • Der Betrieb "Kommunale Kinder-, Jugend- und Familienhilfe" der Stadt Frankfurt bezieht seine neuen Räume in der Bleichstraße 10.
2012

Spatenstich am Riedberg für das neue Mutter-Kind-Haus im Januar

2013
  • Im neuen Stadtviertel Riedberg wird das neue Mutter-Kind-Haus (Am Himmerich 22) fertiggestellt. Der Umzug der Mitarbeiter und der Mütter mit ihren Kindern erfolgte im Juli 2013.
  • Einweihungsfeier im September
2017

Erstmals über 900 Schützlinge in der Ambulanten Förderung werden von 28 Sozialarbeiter/-innen und Sozialpädagogen/-innen sowie 4 Wirtschaftskräften betreut.