Erbbaurechte

Das Erbbaurecht ist ein veräußerliches und vererbliches Recht, auf oder unter der Oberfläche eines fremden Grundstücks ein Bauwerk zu haben. Der Erbbauberechtigte wird Eigentümer des Bauwerks, aber nicht Eigentümer des Grundstücks.

Eine Vielzahl von Flächen aus dem Grundbesitz der Stiftung ist langfristig zur baulichen Nutzung an Privatpersonen, Wohnungsbaugesellschaften, Träger von sozialen Einrichtungen und gewerblichen Unternehmen im Erbbaurecht überlassen. Bei den ca. 1.400 Einzelerbbaurechtsverträgen überwiegt die Zahl der Wohnerbbaurechte. Die Zahl wächst durch Teilung alter Erbbaurechte (z. B. Aufteilung eines Mehrfamilienwohnhauses in Eigen­tumswohnungen) und durch das Hinzukommen neuer Verträge – vor allem im Neubaugebiet Frankfurt am Main – Riedberg.

Ein Erbbaurechtsvertrag für Wohngebäude wird meist über 99 Jahre abgeschlossen. Nach Ablauf der 99 Jahre bietet die Stiftung die Verlängerung an, d. h. ein neuer Erbbaurechtsvertrag wird geschlossen. Erlischt das Erb­baurecht durch Zeitablauf, leistet der Grundstückseigentümer im Allgemeinen eine Entschädigung für das Bauwerk.

Im gewerblichen Bereich beträgt die Laufzeit der Erbbaurechte meistens 60 Jahre.

Der Vorteil des Erbbaurechts für den Erbbaunehmer liegt darin, dass keine Kapitalbindung für den Grundstückserwerb nötig ist und das gesamte Eigen­kapital in das zu errichtende Bauwerk investiert werden kann.

Für das Waisenhaus als gemeinnützige und mildtätige Stiftung des öffentlichen Rechts liegt der Vorteil des Erbbaurechts darin, mit der gesicherten Erbbau­zinseinnahme langfristig den Stiftungszweck erfüllen zu können.